Philosophie


Von Pilgern und Montessori

Ein Interview mit Lucas Zuppinger, Gründer von Nachhilfe Zuppinger.
Das Interview führte Chris Faschon, Redaktor Schweizer Fernsehen, Tagesschau

Sehr geehrter Herr Zuppinger. Wieso unterbricht jemand nach 9 Jahren Unterrichten seine Sekundarlehrerlaufbahn, und pilgert monatelang alleine nach Spanien?

Ich wollte etwas neues erfahren. Monatelang ohne Termine zu sein, war eine tolle Erfahrung. Es ging nicht ums eigentliche Ziel „Santiago“ sondern ich wollte mich besser kennen lernen.

Danach haben Sie sich selbstständig gemacht und führen ein kleines Nachhilfeinstitut in Altnau.  Was ist der Vorteil für Sie daran, und was der Vorteil für ihre Schüler?

Der Vorteil für mich ist, dass ich mir Zeit nehmen kann für das, was die jeweilige Person gerade braucht. Ich fühle mich damit wohler. Die Schüler auch. Multitasking ist nicht nötig. Sehe ich Lücken im Mathematikverständnis kann ich sofort darauf eingehen. Für die Schüler ist dies befriedigender als in einer Grossgruppe, da sie hier alle gesammelten  Fragen einer ganzen Schulwoche klären können.

Wenn ein Schüler erstmals zu Ihnen kommt, was ist der grösste Unterschied für ihn gegenüber einer Schulstunde, oder einer „normalen“ Nachhilfe?

Zum einen wird genau das angeschaut, was er braucht. Das ist der Unterschied zu einer Lektion in der Schule.
Anders als bei „normalen“ Nachhilfelektionen ist, dass auf Wunsch des Schülers auch mit Montessori-Material gearbeitet werden kann. Je nach Bedürfnis und Ziel des Schülers.

Als Nicht-Montessori-Schüler: Worin liegt der Vorteil einer solchen Ergänzung?

Weil man Mathematik mit mehreren Sinnen erleben kann. Man nimmt Murmeln in die Hand zur Berechnung der Wurzel, ist handwerklich aktiv, und sieht optisch ein Resultat, nicht nur eine Zahl auf einem Papier.  Aus meiner Lehrererfahrung weiss ich: Vielen Schülern fehlt ein Bild der Aufgabe, das sie sich vorstellen können. Das führt dann zu einem eigentlichen „Durchmogeln“ durch den Mathematikunterricht durch „Auswendig lernen von Formeln“. Ein halbes Jahr später sind diese jedoch häufig vergessen. Verständnis ist in Mathe aber unerlässlich.

Das Lernzentrum läuft seit einem Jahr. Wer kommt zu Ihnen? Haben Sie noch Zeit für mehr Jugendliche?

Ich habe vor allem Sekundar- und Kantonsschüler sowie Lehrlinge mit den unterschiedlichsten Zielen. Der eine möchte endlich genügende Noten erzielen, der andere die Kantiprüfung oder die LAP bestehen. Ein paar wenige Termine sind noch frei; jeder darf gerne anrufen, um sich genauer zu informieren.